13.06.2018

Erst der Prozess und dann das System – Übersetzungsmanagement leicht gemacht

Christian Weih - Across Systems GmbH Übersetzungsmanagement Foto: Across Christian Weih – Across Systems GmbH Übersetzungsmanagement Foto: Across

Die kostensparende und automatisierte Steuerung von Übersetzungsprozessen und -projekten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Warum? Die Herausforderungen sind zum Beispiel kürzere Produkteinführungszeiten, die steigende Anzahl von Zielsprachen, komplexere Dokument- und Systemstrukturen sowie eine Vielzahl von Prozessbeteiligten. Daher sollte nicht jedes Übersetzungsprojekt als Einzelfall gesehen, sondern die Prozesse als Ganzes betrachtet werden – mit vor- und nachgelagerten Abläufen und Schnittstellen. Wie aber beginne ich nun mit der Bestandsaufnahme und wo befinden sich die Fallstricke? Herr Christian Weih*, Mitglied der Geschäftsleitung der Across Systems GmbH, gibt einen Einblick in die Möglichkeiten der Automation von Prozessen rund um das Thema Übersetzungen.

 

„Externe“ Prozesse in den internen Workflow integrieren

Die ISO-Norm 17100 für Übersetzungsprozesse setzt einen gemeinsamen Standard für verschiedene Interessensgruppen der Übersetzungsindustrie mit dem Ziel, Rahmenbedingungen für ein bestimmtes zu erwartendes Maß an Qualität zu garantieren. Solche externen Prozesse müssen – im Falle einer Registrierung, besonders aber Zertifizierung – in den unternehmenseigenen Workflow implementiert werden. Viele Unternehmen können diese branchenspezifischen Vorgaben jedoch nicht einordnen und arbeiten „angelehnt an“ oder „gemäß“ der Norm.  Bevor darüber nachgedacht wird, welche Plattformlösung am geeignetsten ist, müssen klare interne Prozesse geschaffen werden.

Die kaufmännischen Prozesse von Übersetzungsdienstleistungen bremsen den Datenprozess aus. Wie wird eine Sprachdienstleistung eingekauft? Was ist der Wortpreis? Welches Volumen wird benötigt? Macht ein Rahmenvertrag Sinn? Welche Rolle spielt Qualität? All diese Fragen wollen vor der Auswahl einer Übersetzungsmanagementsoftware beantwortet werden. Denn: Der Prozess ist wichtiger, als das System.

 Kommunikation – der Grundstein für einen schlanken Übersetzungsprozess

Das oberste Ziel ist es, dem Kunden zu helfen und ihm das nötige Know-how zu vermitteln, um auf Augenhöhe zu diskutieren. Eine partnerschaftliche Kommunikation ist das A und O, um dem Kunden einen wertvollen Mehrwert zu bieten, der zu ihm passt. Ist die erste Hürde – die Erstellung interner und Implementierung externer Prozesse – erfolgreich überwunden, kann es an die Automatisierung des Übersetzungs- und Datenprozesses gehen. Aufgaben werden effizienter erledigt, manuelle Arbeitsschritte fallen weg – die Übersetzungsmanagementsoftware wird als Spiegelbild der Prozesse konfiguriert.

 Maximale Informationen – vollautomatisch, sicher und jederzeit verfügbar

Mit dem Dashboard einer Übersetzungsplattform, wie das des Across Language Server, hat man nicht nur einen Überblick über Projekte, offene Aufgaben und die übersetzte Anzahl von Wörtern, sondern kann jederzeit weitere Tools zur Bearbeitung in einem System aufrufen. Das Besondere ist, dass ein Across-eigenes Dokumentformat Übersetzungsaufträge vor Missbrauch schützt. Im Vergleich zu herkömmlichen XLIFF-Dateien, die von jedem Nutzer mit einfachen Textverarbeitungsprogrammen, wie Word oder Notepad, geöffnet werden können, bietet das Across-Format Prozessschranken, die Lese- oder Bearbeitungsrechte auf ausgewählte Personen beschränken und damit den Datenschutz nach der DSGVO gewährleisten. Illegale Online-Tauschbörsen für Übersetzungsaufträge werden so ausgebremst.

CAT-Tool, Terminologiesystem und Translation Memory – alles in einem

Mit kompatiblen Elementen arbeiten alle Prozessbeteiligten in einem System. Die Vorteile: Transparenz und Echtzeit. Egal ob externes Übersetzungsunternehmen, Agentur oder freiberufliche Übersetzer – der Auftraggeber besitzt zu jedem Zeitpunkt die Datenhoheit. Die Unternehmenssprache wird konsistent eingesetzt, Translation Memorys beschleunigen den Übersetzungsprozess zusätzlich und festgelegte Projektregeln liefern eindeutige Ergebnisse. Ein komplettes System für Übersetzungsmanagement hilft zusätzlich, Quelltexte regelkonform zu erstellen, Prozesse sauber umzusetzen und nur Daten zu synchronisieren, die wirklich benötigt werden, um die Datenmenge zu reduzieren.

Trend Maschinenübersetzung: Intelligente Schnittstellen für individuelle Prozesse

In aller Munde ist der Trend „Maschinenübersetzung“, die mittlerweile auf einem Niveau angekommen ist, das sie zu einer nützlichen Ergänzung macht, die Humanübersetzung jedoch nicht vollständig ersetzt. Es gibt Dokumente, die für maschinelle Übersetzung besser geeignet sind (z.B. sehr große Datenmengen) und solche, die eine besonders hohe Qualität verlangen und daher von einem Humanübersetzer bearbeitet werden sollten (z.B. Verträge). Auch der Across Language Server bietet Verknüpfungen mit verschiedenen Übersetzungsmaschinen, darunter DeepL. Die Übersetzungsindustrie und ihre Berufsbilder verändern sich – aus Übersetzern werden Post-Editoren, BDÜ-Übersetzer konkurrieren mit Deutschen, die ausgewandert sind und aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit im Ausland in das Geschäft einsteigen. Eines ist sicher: Der Markt muss reagieren.

Sie sind am Zug – Automatisieren Sie Ihre Sprach- und Übersetzungsprojekte!

Übersetzungsmanagementsysteme helfen, die Kontrolle bei vollautomatisierten Prozessen zu behalten und technische Sicherheit zu gewähren. Sie möchten eine individuelle Lösung für Ihre internen Prozesse oder einen konkreten Einblick in die Funktionsweise eines Systems für Übersetzungsmanagement? In einer kostenlosen Online-Demo von Across Systems erfahren Sie mehr.

Freuen Sie sich an dieser Stelle auf den nächsten Beitrag zum Thema Datenschutz und Datensicherheit. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Terminologiedatenbanken; wie die Zukunft der Humanübersetzung aussehen könnte, lesen Sie hier.

*Christian Weih studierte Anglistik an der Universität Mannheim. Als Mitglied des Managementboards bei Across Systems trägt er maßgeblich zur Unternehmens- und Produktentwicklung bei. Außerdem berät er Kunden zu Sprachtechnologien, Übersetzungsworkflows und integrierten Lösungen, beispielsweise für maschinelle Übersetzungen.